Stellen Sie sich mal vor, ähm da rutscht ein simpler Tippfehler durch und plötzlich, na ja, plötzlich steht da ein Dachdeckerangebot über 60.000 € im Raum,
wobei dann das Material für ein komplettes Stockwerk fehlt. Genau das ist nämlich das Risiko.
Richtig. Ja. Und genau das passiert, wenn sich Handwerksbetriebe blind auf so eine hundertprozentige Automatisierung verlassen. Wir haben uns heute mal aktuelle Fachartikel vorgenommen, um genau das zu analysieren.
Also, warum diese Vollautomatik im Handwerksbüro eigentlich Ja, ein ziemlicher Blindflug ist,
ein brandgefährlicher Blindflug sogar. Es geht heute bei uns um diesen perfekten Mittelweg, also diesen Spagat zwischen extremen Zeitersparnissen durch Technik und dem Schutz vor eben solchen katastrophalen Fehlern.
Das Heilsversprechen der Technik klingt ja auch wahnsinnig verlockend. Das ist so ein bisschen wie äh wie beim Autopiloten im Flugzeug,
ja, oder im Auto auf einer leeren Autobahn oder. Das funktioniert fantastisch, weil sich das System an diesen klaren weißen Linien orientieren kann. Aber auf einer Baustelle,
da gibt es keine weißen Linien
eben. Da steht dann plötzlich ähm der LKW vom Klemtner im Weg oder der “Der Aufzug ist unerwartet defekt. Das kann der Software ja gar nicht erfassen.”
Nein, die Maschine verarbeitet halt nur ähm nackte Datenstrukturen. Sie sieht keine physischen Hindernisse vor Ort. Die weiß nicht, ob tonne schweres Baumaterial jetzt, sagen wir mal, per Hand in den dritten Stock getragen werden muss, weil der Fahrstuhl fehlt.
Wahnsinn.
Aus den Berichten kristallisiert sich deshalb auch eine ganz klare goldene Regel heraus, nämlich 90 automatische Vorarbeit im Hintergrund und 10% menschliche Kontrolle.
Ah, okay. Also diese finale Freigabe durch den Meister.
Absolut. Und genau das senkt die Fehlerquote im Handwerk typischerweise auf unter 2 bis 4%.
Okay, also 90% klingen nach einem gigantischen Effizienzgewinn, aber da muss ich mal direkt bei Ihnen einhaken.
Gerne.
Warum empfehlen die Facharikel dann ein ähm doch eher mühsames Dreiphasenmodell für die Einführung? Warum kauft man nicht einfach die neue Software, installiert sie am Wochenende und startet dann am Montag direkt mit diesen 90%.
Weil das in der Praxis eigentlich fast immer scheitert. Ein laufender Betrieb hat ja meistens historisch gewechsene Ordnerstrukturen, da gibt es unsaubere Schnittstellen,
die berühmt berüchtigte Zettelwirtschaft.
Genau. Und ein abrupter Systemwechsel produziert da oft nur Chaos in Lichtgeschwindigkeit. Deswegen beginnt Phase 1 ganz sanft, nur mit der reinen Datenerfassung.
Also das System liest z.B. Kunden Adressen oder erste Maße aus eingehenden E-Mails aus.
Richtig, oft durch ganz simple Texterkennung. Das bringt aber schon mal, na ja, so 50 bis 60% Automatisierung, weil eben das manuelle Abtippen komplett wegfällt.
Okay, E-Mails auslesen, das ist, sagen wir mal, die Pftaufgabe. Aber der echte Zeitfresser in den Betrieben ist doch das Erstellen der komplexen Materialienlisten, oder?
Oh ja, definitiv.
Trauen wir der Maschine das in der zweiten Phase denn wirklich zu, ohne dass wieder dieses ähm teure Dachdeckerdisaster von vorhin passiert.
Ja, vorausgesetzt man versteht halt, wie die Maschine eigentlich lernt. In Phase 2 greift das System nämlich auf historische Daten des eigenen Betriebs zurück. Es vergleicht Muster.
Wie genau muss ich mir das vorstellen?
Na ja, wenn in der Anfrage beispielsweise steht Bartsanierung 12 mad, dann durchsucht das System alte Rechnungen. Es stellt dann fest, okay, für diese Formulierung wurden in der Vergangenheit immer ganz bestimmte Mengen an Fliesenkleber und Fugenmasse bestellt. Ah, verstehe. Und diese Werte schlägt es dann automatisch vor.
Exakt. Und so erreichen Betriebe dann einen Automatisierungsgrad von immerhin 80 bis 85%.
Das heißt, das System zieht seine Intelligenz direkt aus der betriebsigenen Vergangenheit. Das ist faszinierend.
Und in Phase 3 schließt sich dann die Kette. Das Programm fügt all diese Bausteine im Hintergrund zusammen. Es liefert einen ferk Angebotsentwurf direkt auf den Schreibtisch des Chefs,
was ja bedeuten. würde. Man hat so 90 bis 95% Zeitersparnis bei der reinen Vorbereitung. Das ist ein gewaltiger finanzieller Hebel.
Enorm. Bei 600 bis Aufträgen im Jahr sparen Betriebe dadurch schnell mal zwischen 70.000 und 90.000 € und zwar an Kosten für völlig unproduktive Routinearbeit.
90.000 € das ist meine Hausnummer. Aber lassen Sie uns mal weg von der abstrakten Betriebswirtschaft gehen. Was bedeutet das ganz konkret für den Feierabend des Inhabers? Und ähm was mich noch viel mehr interessiert, wer hält eigentlich juristisch den Kopf hin, wenn das System bei der Materialberechnung doch mal völligen Unsinn ausspuckt?
Da sind die Berichte sehr eindeutig. Die Haftungsfrage lässt sich einfach nicht delegieren.
Also, der Chef haftet immer noch.
Immer. Die Verantwortung bleibt bei Menschen. Der Inhaber persönlich und ist rechtlich ein fehlerhaft versendete Angebote gebunden. Sie gönnen vor Gericht nicht einfach sagen: “Oh, das war ein Software Fehler, um aus so einem unrentablen Vertrag wieder herauszukommen.”
Da fast Also dieser letzte oft als ineffizient kritisierte Klick des Chefs, also das händische überprüfen, ist gar keine technische Schwäche des Systems. Das ist schlichtweg der rechtliche Schutzschirm für den eigenen Betrieb.
Absolut. Es ist der essentielle Schutzschirm, denn nur das geschulte Auge des Handwerkermeisters sieht auf den ersten Blick, ob diese kalkulierten Mengen für die Gegebenheiten vor Ort auch wirklich realistisch sind.
Das macht Sinn.
Aber um auf ihre Frage zum Feierabend zurückzukommen, hier findet die eigentliche Revolution statt. Aktuell sitzen ja viele Inhaber nachmittags oft noch, na ja, so 3 bis 5 Stunden an der Nachkalkulation
und sortieren Papierbelege und das nach einem richtig harten Tag auf der Baustelle.
Genau das, aber durch die automatische Erkennung von Projektnummern ähm auf Lieferscheinen und Rechnungen ordnet das System nun alles selbständig zu.
Unglaublich.
Ja. Aus 3 bis 5 Stunden mühsamer Belegsortierung werden dann plötzlich 3 bis 5 Minuten Kontrollblick am Tag.
Also kann man zusammenfassend festhalten, moderne Technik ist ein brillanter Zuarbeiter. Sie vernichtet diese monotone Zettelwirtschaft fast komplett.
Aber das Gespür und die physische Erfahrung auf der Baustelle, die lassen sich eben nicht digitalisieren.
Richtig, die Maschine bereitet den Weg vor und der Mensch fällt das finale Urteil.
Sehr gut zusammengefasst.
Und das bringt uns zum Abschluss zu einer ziemlich spannenden Frage für Sie, liebe Zuhörer. Wenn Ihnen ein System tatsächlich jeden Tag 3 bis 5 Stunden anlästiger Büroarbeit abnimmt. Sind Sie dann bereit, diese neueene Zeit in die echte Führung Ihrer Mitarbeiter zu investieren
oder eben in die Pflege ihrer wichtigsten Stammkunden?
Genau, denn diese zwischenmenschliche Arbeit ist ironischerweise so ziemlich das einzige, was sich niemals automatisieren lässt.